Schätzungen gehen davon aus, dass die Telekommunikationsunternehmen 30 bis 50 % Ihrer Einnahmen im Geschäftskundensegment allein durch Intransparenz von Preisen und Leistungen realisieren.

Denn es ist den Telekommunikationsunternehmen gelungen, aus einer eigentlich höchst transparenten Warengruppe eine der komplexesten zu machen. Die Leistung, die bereitgestellt wird ist Kommunikationsvolumen in den Einheiten Sekunden oder Byte. Da diese Leistung jedoch entgegen den Anbieterinteressen höchst standardisiert und damit auch höchst vergleichbar ist, werden diese Leistungen nicht direkt zum Kauf angeboten, sondern nur indirekt über verschiedene Tarifkonstrukte.

Diese tatsächlich bis zu mehrere Tausend verschiedene Tarifkonstrukte sind vergleichbar mit mathematischen Formeln, die wiederum von bis zu mehreren hundert Parametern abhängig sind (den Volumina je Verbindungsart). Das Ergebnis ist eine Preis-Leistungs-Komplexität, der man konventionell mit starken Vereinfachungen nur ansatzweise begegnen kann, z. B. mit dem Einkauf von Flatrates oder hoher Nutzungskontingente. Flatrates und Kontingente sind jedoch nichts anderes als von den Anbietern bewusst platzierte „Versicherungen“ für die zuvor selbst geschaffene Intransparenz - Versicherungen, die sich die Anbieter natürlich bezahlen lassen.

Zudem ist die Preisbildung im Telekommunikationsmarkt weitgehend willkürlich. Der Einkauf hat daher auch keine Möglichkeit, wie in anderen Warengruppen, die Referenz für den Preis über die Herstellkosten zu ermitteln. Denn die Grenzkosten der Leistungsbereitstellung der Telekommunikationsanbieter liegen nahe Null. Auch der Preisvergleich mit anderen Unternehmen ist aufgrund der o.a. Intransparenz und mangelnder Vergleichbarkeit der Nutzungsstrukturen schlicht nicht möglich.

Wir möchten diese Aspekte beleuchten und hinsichtlich der individuellen Bedeutung und praktischen Handhabung diskutieren. Bei der Auswahl eines Experten in Bezug auf die Problemanalytik und -Bewertung haben wir uns für Herrn Arndt Jablonowski, Geschäftsführer und Gesellschafter der Feldwerk GmbH entschieden.


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